Liebe Investoren, schön, dass Sie den Weg nach Shanghai gefunden haben. Ich bin Lehrer Liu, seit über 26 Jahren im Geschäft – 12 Jahre bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft, wo ich mich um die Anliegen ausländischer Unternehmen kümmere, und 14 Jahre Erfahrung in der Registrierungsabwicklung. Wenn ich sage, dass ich schon einiges gesehen habe, dann meine ich das wörtlich. Der Markt hier in Shanghai ist wie ein großes, quirliges Meer – voller Chancen, aber auch mit so mancher Strömung, die man kennen sollte. Besonders für IT-Dienstleistungsunternehmen ist der Standort Shanghai nicht nur wegen der modernen Infrastruktur attraktiv, sondern auch wegen des riesigen Pools an talentierten Entwicklern und Ingenieuren. Aber der erste Schritt, die Registrierung, kann für viele ein Buch mit sieben Siegeln sein. Genau hier setzt dieser Leitfaden an: "Leitfaden zur Registrierung von IT-Dienstleistungsunternehmen für ausländische Unternehmen in Shanghai". Ich möchte Ihnen diesen Prozess so klar wie möglich darlegen, damit Sie nicht in typische Anfängerfehler tappen. Denn glauben Sie mir, die Bürokratie hier hat so ihre eigenen Gesetze, und ein kleiner Fehler im Antrag kann manchmal zu wochenlangen Verzögerungen führen. Lassen Sie uns also gemeinsam diesen Dschungel lichten.

Die richtige Unternehmensform wählen

Der erste große Punkt, über den Sie sich klar werden müssen, ist die Rechtsform Ihres Unternehmens. Die meisten meiner Kunden, die im IT-Bereich tätig sind, entscheiden sich für die sogenannte Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE). Das ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft eines ausländischen Unternehmens und bietet Ihnen die größte Kontrolle und Flexibilität. Sie können damit problemlos Rechnungen in RMB ausstellen, eigene Mitarbeiter einstellen und Gewinne nach Hause transferieren. Klingt erstmal einfach, oder? Aber die Falle lauert im Detail. Die chinesische Regierung hat für den IT-Dienstleistungssektor bestimmte Kategorien festgelegt. Manche Tätigkeiten fallen unter das "Negative List" – also Bereiche, die für ausländische Investoren eingeschränkt oder verboten sind. Ich hatte einmal einen Kunden aus München, der ein hochspezialisiertes Datenanalyse-Tool anbieten wollte. Wir mussten dann gemeinsam mit den Behörden klären, ob sein Produkt nicht gegen die Bestimmungen zur nationalen Datensicherheit verstößt. Das war ein echter Kraftakt mit viel Hin- und Herschreiben. Am Ende haben wir eine Lösung gefunden, indem wir den Geschäftszweig leicht angepasst haben. Stellen Sie also sicher, dass Ihr geplantes Geschäftsmodell genau in eine der erlaubten Kategorien passt. Lassen Sie sich hier nicht von zu eifrigen Beratern etwas erzählen – prüfen Sie die aktuelle Liste selbst oder fragen Sie einen erfahrenen Anwalt. Die Wahl der falschen Form kann später zu massiven Problemen bei der Steuererklärung oder der Lizenzverlängerung führen.

Ein anderer Weg, der manchmal gegangen wird, ist das Representative Office (Rep Office). Aber hier muss ich ganz klar warnen, besonders für IT-Dienstleister. Ein Rep Office darf keine direkten Einnahmen erzielen! Das heißt, Sie können keine Rechnungen an Ihre Kunden in China schreiben. Es ist nur für Marktforschung, Kontaktpflege und interne Koordination gedacht. Ich habe schon erlebt, dass ein junges Startup aus Berlin dachte, sie könnten über ihr Rep Office einfach mal so ein paar Software-Lizenzen verkaufen. Das endete in einem saftigen Nachzahlungsbescheid der Steuerbehörde und einer Menge Stress. Die Lektion ist: Wenn Sie ernsthaft Geschäfte machen wollen, kommen Sie an der WFOE nicht vorbei. Es ist zwar der aufwendigere Weg, aber auf lange Sicht der einzig saubere und sichere. Die Registrierungsbehörden, insbesondere das Shanghai Municipal Administration for Market Regulation (SAMR), sind in den letzten Jahren aber auch kundenfreundlicher geworden. Die Digitalisierung hat Einzug gehalten, viele Formulare können online eingereicht werden. Trotzdem, und das ist mein persönlicher Rat: Nehmen Sie sich für diesen ersten Schritt viel Zeit. Ein gut gemachter Businessplan, der den Business Scope exakt definiert, ist die halbe Miete. Denn wenn der einmal eingetragen ist, ist eine nachträgliche Änderung ein bürokratischer Marathon.

Kapitalanforderungen und Fremdwährungskonten

Kommen wir zum Thema Geld – genauer gesagt zum Registered Capital. Viele ausländische Investoren fragen mich: "Herr Liu, wie viel Kapital muss ich mindestens einzahlen?" Die Antwort früher war oft starr und hoch, besonders für bestimmte Branchen. Heute, im Jahr 2024, gibt es für die meisten IT-Dienstleistungs-WFOEs keine gesetzliche Mindestkapitalgrenze mehr. Theoretisch können Sie also mit 1 RMB eintragen. Aber Vorsicht! Das ist ein zweischneidiges Schwert. Erstens müssen Sie das Kapital in einem bestimmten Zeitrahmen tatsächlich einzahlen – meist innerhalb von 3-5 Jahren nach Gründung. Zweitens schaut das Finanzamt ganz genau hin. Wenn Ihr Kapital zu niedrig ist, könnte das als Zeichen für mangelnde Seriosität gewertet werden. Ich erinnere mich an einen Fall einer israelischen Softwareschmiede, die mit nur 100.000 RMB starten wollte. Die Banken weigerten sich, Ihnen ein richtiges Geschäftskonto zu eröffnen, weil die Kreditwürdigkeit zu niedrig war. Sie mussten dann nachträglich aufstocken, was wiederum Zeit und Geld kostete. Mein Tipp: Rechnen Sie Ihre Betriebskosten für die ersten zwölf Monate durch – Miete, Gehälter, Serverkosten, Marketing – und setzen Sie das Registered Capital mindestens in dieser Höhe an, gerne etwas höher. So zeigen Sie den Behörden und vor allem Ihren zukünftigen Partnern, dass Sie es ernst meinen.

Jetzt wird es technisch: Die Einzahlung des Kapitals aus Ihrem Heimatland. In der Regel muss das Geld als Fremdwährung (meist US-Dollar oder Euro) hereinkommen und dann bei einer lokalen Bank in RMB getauscht werden. Dafür brauchen Sie ein spezielles Capital Account (Kapitalkonto). Der Prozess ist nicht kompliziert, aber er erfordert eine genaue Dokumentation der Herkunft der Mittel. Die Banken in Shanghai, wie die HSBC, die Deutsche Bank oder auch lokale Institute wie die Bank of China, haben spezielle Abteilungen für ausländische Unternehmen. Ich empfehle Ihnen, vor der Kontoeröffnung einen Termin zu machen und alle Unterlagen (Gesellschaftsvertrag, Business License, etc.) mitzubringen. Es ist ein bisschen wie ein Vorstellungsgespräch. Die Bankangestellten sind sehr genau. Einmal vergaß ein Kunde die beglaubigte Übersetzung seiner Firmenurkunde. Das führte zu einer Verzögerung von zwei Wochen. Also: Alles doppelt prüfen! Und vergessen Sie nicht, dass Sie nach der Einzahlung eine spezielle Meldung an die State Administration of Foreign Exchange (SAFE) machen müssen. Das macht in der Regel die Bank für Sie, aber Sie sollten den Prozess im Auge behalten. Versäumnisse hier können zu hohen Strafen führen. Meine Erfahrung zeigt: Halten Sie die Kommunikation mit Ihrer Bank eng. Fragen Sie nach, bevor Sie eine Überweisung tätigen, damit der Verwendungszweck korrekt ist ("Capital Contribution" oder "Investment"). Ein falscher Vermerk und das Geld kommt zurück – inklusive Gebühren.

Büroanmietung und physischer Standort

Sie brauchen eine Adresse – das ist kein Geheimnis. Aber viele unterschätzen, wie wichtig der physische Standort für die Registrierung ist. Früher war es zwingend erforderlich, dass der Mietvertrag für das Büro auf den Namen der neu zu gründenden Gesellschaft laufen muss, bevor die Business License ausgestellt wird. Das ist ein klassisches "Henne-Ei-Problem". Sie können noch keine Miete zahlen, weil Sie noch keine Bank haben. Und Sie bekommen keine Bank, weil Sie keine Business License haben. Die Lösung sind oft sogenannte Registered Address Services. Viele Serviced-Office-Anbieter wie Regus, Servcorp oder lokale Anbieter in den Bezirken Pudong oder Jing'an bieten das an. Sie mieten quasi eine virtuelle Adresse für die Registrierung, während der Mietvertrag auf den Namen eines Treuhänders oder des Mutterhauses laufen kann. Das ist für IT-Startups oft die eleganteste Lösung, denn sie spart immense Kosten für ein großes Büro in der Anfangsphase. Ich habe einen Kunden, der mit genau so einer Lösung in einem Co-Working Space in der Nähe des Jing'an-Tempels angefangen hat. Heute beschäftigt er 50 Leute und ist in ein richtiges Büro umgezogen. Aber Achtung: Die Behörden werden immer strenger. Es gibt Fälle, in denen das SAMR überprüft, ob an der angegebenen Adresse auch wirklich Geschäftstätigkeit stattfindet. Bei einer rein virtuellen Adresse ohne jegliche Präsenz kann das problematisch werden.

Leitfaden zur Registrierung von IT-Dienstleistungsunternehmen für ausländische Unternehmen in Shanghai

Wenn Sie sich für ein echtes Büro entscheiden, müssen Sie den Mietvertrag beim lokalen Housing Management Office registrieren lassen. Das ist ein weiterer Papierkrieg. Der Vermieter muss ein gültiges Property Ownership Certificate vorlegen. Ich rate immer: Nehmen Sie keinen privaten Vermieter, sondern einen gewerblichen. Das erspart viele Diskussionen. Die Lage des Büros kann auch Ihre Steuerklasse beeinflussen und gewisse Subventionsmöglichkeiten eröffnen. Zum Beispiel gibt es in einigen Entwicklungszonen wie dem Zhangjiang Hi-Tech Park oder dem Caohejing Hi-Tech Park spezielle Fördermittel für IT-Dienstleistungen und Softwareentwicklung. Dafür müssen Sie aber Ihre Firmenadresse auch dort haben. Das ist ein strategischer Vorteil, den viele übersehen. Die Miete in diesen Parks ist oft nicht teurer als in den zentralen Lagen, aber die Infrastruktur und das Ökosystem sind unschlagbar. Stellen Sie sich vor, Ihr Nachbar ist ein potentieller Großkunde oder ein wichtiger Lieferant – das passiert dort ständig. Ich besuche regelmäßig Messen in diesen Parks, und das Networking ist fantastisch. Also, nehmen Sie sich Zeit für die Standortwahl. Sie ist nicht nur eine bürokratische Hürde, sondern eine echte Geschäftsentscheidung. Überlegen Sie, ob Sie eher in der Nähe Ihres Zielmarktes (Finanzinstitute in Lujiazui? Produktionsfirmen im Westen?) sein wollen oder ob der Zugang zu Talenten (Nähe zu Universitäten?) wichtiger ist. Beides beeinflusst den Erfolg Ihrer Registrierung indirekt, aber massiv.

Der Business Scope und spezielle Lizenzen

Jetzt wird es richtig technisch und manchmal auch knifflig: der Business Scope. Das ist die offizielle Beschreibung aller Tätigkeiten, die Ihr Unternehmen ausüben darf. In China wird jeder Geschäftszweig einzeln aufgelistet und von der Behörde genehmigt. Sie können nicht einfach "IT-Dienstleistungen" schreiben. Das ist zu vage. Sie müssen so spezifisch wie möglich sein: "Softwareentwicklung", "Technische Beratung im Bereich Informationstechnologie", "IT-Systemintegration", "Wartung von Computersystemen" oder "Datenverarbeitungsdienste". Jeder Begriff ist ein eigener Code im System. Fehlt ein Code, dürfen Sie diese Tätigkeit später nicht ausführen – auch nicht auf Rechnung. Stellen Sie sich vor, Sie haben "Softwareentwicklung" eingetragen, aber Ihr Kunde bittet Sie um die "Installation und Konfiguration" der Software. Das wäre ohne den entsprechenden Code eine Ordnungswidrigkeit. Ich habe schon viel Ärger gesehen, weil Firmen zu schlampig waren. Mein Rat: Gehen Sie mit einem Anwalt oder einem erfahrenen Berater die Liste der National Economic Industry Classification (GB/T 4754) durch. Denken Sie dabei immer einen Schritt weiter: Was könnte ich in zwei Jahren anbieten? Es ist einfacher, beim ersten Mal einen breiten Scope zu bekommen, als später nachzutragen.

Für einige IT-Dienstleistungen benötigen Sie sogar spezielle Lizenzen. Das berühmteste Beispiel ist die ICP-Lizenz (Internet Content Provider). Wenn Sie eine eigene Website betreiben, auf der Sie Inhalte anbieten (nicht nur rein geschäftliche Informationen), oder wenn Sie E-Commerce betreiben, brauchen Sie diese Lizenz. Die Beantragung ist ein separater Prozess und kann Monate dauern. Oder die SP-Lizenz (Service Provider) für Telekommunikationsdienste. Die ist noch schwieriger zu bekommen, da sie oft mit einem Inhabilitäts-Erfordernis verbunden ist. Für die reine Softwareentwicklung ohne eigene Plattform brauchen Sie das meist nicht. Aber wenn Sie eine Cloud-Plattform betreiben oder KI-Dienstleistungen über das Internet anbieten, kommen Sie darum nicht herum. Die Behörden, vor allem die MIIT (Ministry of Industry and Information Technology) und ihre lokale Vertretung in Shanghai, sind sehr streng. Die Vorprüfung kann sich über mehrere Monate ziehen. Planen Sie das von Anfang an in Ihren Zeitplan ein. Ich erlebe es immer wieder, dass Investoren denken: "Das machen wir einfach später." Falsch! Ohne die Lizenz können Sie Ihr Geschäftsmodell nicht starten. Das ist wie ein Restaurant ohne Gaststättenkonzession. Wir bei Jiaxi haben oft Projekte, bei denen wir die Lizenzbeantragung parallel zur eigentlichen Firmenregistrierung laufen lassen. Das spart Zeit, erfordert aber eine sehr gute Koordination und ein tiefes Verständnis der behördlichen Abläufe. Die Fälle, die ich hier gesehen habe, sind vielfältig. Einmal musste ein deutscher KI-Spezialist nachweisen, dass seine Algorithmen keine chinesischen Gesetze zur nationalen Sicherheit verletzen. Das war ein monatelanger Prozess mit Gutachten und Übersetzungen.

Steuerliche Aspekte und Fördermittel

Kein Artikel über die Firmenregistrierung ist vollständig ohne einen Blick auf die Steuern. Das klingt trocken, ist aber entscheidend für Ihre Liquidität. Als IT-Dienstleister fallen Sie in der Regel unter die Ertragssteuer (Corporate Income Tax, CIT), die standardmäßig 25% beträgt. Es gibt aber viele gute Nachrichten! Shanghai ist ein Vorreiter bei der Umsetzung von Steuervergünstigungen für High-Tech-Unternehmen. Wenn Sie als "High and New Technology Enterprise" (HNTE) anerkannt werden – was für viele innovative IT-Firmen möglich ist – sinkt der Steuersatz auf nur 15%. Das ist ein massiver Wettbewerbsvorteil. Die Anerkennung ist allerdings nicht einfach. Sie müssen bestimmte Kriterien erfüllen, wie z.B. einen Mindestanteil an Forschungskosten, eine bestimmte Anzahl an Patenten oder Software-Copyrights und einen bestimmten Prozentsatz an technischen Mitarbeitern. Meine Erfahrung zeigt: Planen Sie das von Anfang an ein. Strukturieren Sie Ihre Ausgaben so, dass Sie die Forschungskosten sauber dokumentieren können. Das ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Disziplin. Ich rate dazu, schon bei der Budgetplanung für das erste Jahr einen Teil für professionelle Beratung zur HNTE-Beantragung einzuplanen. Das Geld investieren Sie besser heute als morgen Nachzahlungen zu leisten.

Ein weiterer Punkt ist die Mehrwertsteuer (VAT). Für IT-Dienstleistungen gilt in der Regel der Standardsatz von 6% (für Dienstleistungen) oder 13% (bei Software-Lieferung als Warenumsatz). Auch hier gibt es Feinheiten. Wenn Sie beispielsweise Software-Lizenzen exportieren, kann dies von der VAT befreit werden, wenn Sie die richtigen Nachweise erbringen. Das ist ein klassischer Fall, wo ein guter Steuerberater (wie unsere Leute bei Jiaxi) Gold wert ist. Viele ausländische Manager unterschätzen auch die lokalen Zuschlagsteuern (Surtax) und die Stempelsteuer. Das sind kleine Beträge, aber in der Summe über das Jahr verteilt nicht zu vernachlässigen. Und dann ist da noch die Sozialversicherung für Ihre Mitarbeiter. Die ist in Shanghai nicht billig – rund 37-40% des Gehalts gehen als Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag an den Staat. Das muss im Budget berücksichtigt werden. Ich habe mal einem Startup geholfen, das viel zu niedrige Personalkosten kalkuliert hatte, weil es diese "Nebenkosten" vergessen hatte. Die Firma stand nach sechs Monaten vor dem Aus, weil das Geld nicht reichte. Lassen Sie sich also eine detaillierte Prognose aller Steuer- und Sozialabgaben erstellen, bevor Sie die Gründungsdokumente unterschreiben. Die Steuerbehörde in Shanghai – das Shanghai Municipal Tax Service – ist übrigens recht digital aufgestellt. Viele Anträge können online gestellt werden, was den Prozess erleichtert. Aber die erste Steueranmeldung nach der Gründung ist oft eine Hürde, weil das System noch nicht alle Daten verarbeitet hat. Da hilft nur Geduld und ein guter Draht zum zuständigen Beamten.

Häufige Fallstricke und wie man sie umgeht

Nach über 26 Jahren in der Branche habe ich so ziemlich jeden Fehler gesehen, den man machen kann. Lassen Sie mich ein paar Klassiker nennen. Der erste und häufigste ist die unzureichende Dokumentenvorbereitung. Viele schicken einfach eine eingescannte PDF aus der Heimat und wundern sich, wenn sie zurückkommt. In China müssen fast alle ausländischen Dokumente (Gesellschaftsvertrag, Handelsregisterauszug, etc.) nicht nur übersetzt, sondern auch beim deutschen Konsulat in Shanghai beglaubigt oder von einem zugelassenen Übersetzungsbüro mit Siegel versehen sein. Die Anerkennung der öffentlichen Beglaubigung (Apostille nach dem Haager Übereinkommen) ist zwar einfacher geworden, aber die lokalen Beamten verlangen oft trotzdem zusätzliche Nachweise. Planen Sie für diesen Schritt mindestens 4-6 Wochen ein. Ich hatte mal einen Kunden aus Österreich, der in letzter Minute alle Papiere per Kurier schicken musste, weil er dachte, es ginge auch ohne. Das endete in einer emotionalen Achterbahnfahrt und unnötigen Kosten.

Ein zweiter Punkt ist die Kommunikation mit den Behörden. Chinesische Beamte sind in der Regel sehr kompetent, aber sie arbeiten streng nach Vorschrift. Grauzonen gibt es kaum. Wenn Ihr Formular falsch ist, wird es abgelehnt – ohne Diskussion. Das ist nicht böse gemeint, sondern einfach die Arbeitsweise. Versuchen Sie nicht, über private Beziehungen (Guanxi) Dinge durchzudrücken, die nicht korrekt sind. Das kann gefährlich werden. Stattdessen: Bereiten Sie sich gründlich vor, lesen Sie die aktuellen Richtlinien des Shanghai Municipal Commission of Commerce (SMCC) und des SAMR durch, und holen Sie sich einen guten, mehrsprachigen Berater. Ein weiterer Fallstrick: die Fristen. Viele Genehmigungen, wie die für das Capital Account, haben eine Gültigkeitsdauer. Wenn Sie das Geld nicht rechtzeitig einzahlen, verfällt die Genehmigung und Sie müssen von vorne beginnen. Meine persönliche Methode: Ich führe für jeden Kunden eine detaillierte Checkliste mit Fristen und Verantwortlichkeiten in Excel. Das klingt banal, aber es verhindert Chaos. Und vergessen Sie nicht: Nach der Registrierung müssen Sie sich bei der Statistical Bureau und der Social Insurance Bureau anmelden. Das sind oft die "vergessenen" Ämter. Die Strafen für eine verspätete Anmeldung sind happig. Einmal zahlte ein Kunde aus Großbritannien 5.000 RMB Bußgeld, nur weil er die Sozialversicherungsanmeldung um einen Monat verschleppt hatte. Ärgerlich und unnötig.

Die Rolle von Jiaxi und vorausschauende Gedanken

Wenn Sie all das gelesen haben, denken Sie vielleicht: "Herr Liu, das ist ja ganz schön viel." Und Sie haben recht. Die Registrierung eines IT-Dienstleistungsunternehmens in Shanghai ist kein Spaziergang, aber mit der richtigen Vorbereitung und dem passenden Partner ist es machbar und lohnenswert. Bei Jiaxi Steuer- und Finanzberatung sehen wir uns nicht nur als Dienstleister für die Formulare, sondern als strategischer Begleiter. Wir kennen die lokalen Gepflogenheiten, haben direkte Kontakte zu den zuständigen Sachbearbeitern und wissen, wo die typischen Stolpersteine liegen. Unser Ansatz ist es, nicht nur das Ziel – die Business License – zu erreichen, sondern auch eine solide Grundlage für Ihr Wachstum zu schaffen. Wir helfen Ihnen bei der optimalen Gestaltung des Business Scope, bei der Wahl der richtigen Lizenzstrategie und bei der steuerlichen Optimierung von Anfang an. Viele unserer Kunden bleiben uns über Jahre treu, weil wir ihre Buchhaltung, die monatlichen Steuererklärungen und die jährliche Prüfung übernehmen. Das nimmt Ihnen den administrativen Kopfschmerz und gibt Ihnen die Freiheit, sich auf Ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Ein Tipp aus der Praxis: Wir bieten auch eine virtuelle Büroadresse in einem unserer Partner-Co-Working-Spaces an, inklusive Postannahme und gelegentlicher Raumnutzung für Meetings. Das hat sich für viele IT-Startups als perfekte Einstiegslösung erwiesen. So vermeiden Sie das "Henne-Ei-Problem" mit der Büroanmietung.

Zum Abschluss möchte ich noch einen vorausschauenden Gedanken loswerden. Die Digitalisierung der chinesischen Verwaltung schreitet rasant voran. Das SAMR testet gerade voll digitalisierte Gründungsprozesse, bei denen Sie alle Dokumente online hochladen können und die Business License per Post oder elektronisch erhalten. Das wird den Prozess in den nächsten zwei Jahren wahrscheinlich massiv vereinfachen und beschleunigen. Auch das Steuersystem wird immer intelligenter – die Golden Tax Phase IV erfasst immer mehr Daten in Echtzeit. Für Sie als Investor bedeutet das: Noch mehr Transparenz und weniger Spielraum für Interpretationen. Meine Prognose ist, dass die Anforderungen an die Compliance steigen werden, aber der eigentliche Gründungsprozess flüssiger läuft. Unternehmen, die sauber und ordentlich arbeiten, werden davon profitieren. Wenn ich sehe, wie viele meiner Kunden in den letzten Jahren erfolgreich in Shanghai gestartet sind – von kleinen Ein-Mann-Shops bis hin zu bedeutenden Niederlassungen deutscher Software-Konzerne – dann bin ich optimistisch. Der Markt hier wächst, das Talent ist da, und die Politik unterstützt moderne Dienstleistungen. Lassen Sie sich also von den bürokratischen Hürden nicht abschrecken. Der Aufwand lohnt sich. Legen wir los!

Einblicke von Jiaxi Steuer- und Finanzberatung:

Wir bei Jiaxi Steuer- und Finanzberatung haben über die Jahre einen klaren Trend gesehen: Viele ausländische IT-Firmen scheitern nicht am Geschäftsmodell, sondern an der mangelnden Vorbereitung auf die lokale Regulatorik. Unser Team aus erfahrenen chinesischen und deutschsprachigen Beratern bietet daher nicht nur eine schlüsselfertige Registrierung an, sondern auch eine umfassende Analyse Ihres Business Cases im Hinblick auf Lizenzbedarf und Steueroptimierung. Besonders wichtig ist uns die Aufklärung über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Datensicherheit – Stichwort "Data Security Law" und "Personal Information Protection Law". Diese Gesetze betreffen IT-Dienstleister massiv und können bei Nichteinhaltung zu empfindlichen Strafen führen. Wir unterstützen Sie dabei, ein datenschutzkonformes Setup zu etablieren, das dennoch flexibel genug für Ihr Wachstum ist. Unser Service umfasst auch die Vermittlung zu vertrauenswürdigen Rechtsanwälten und Wirtschaftsprüfern für die Abschlussprüfung und die HNTE-Anerkennung. Denn ein gutes Netzwerk ist der halbe Erfolg in Shanghai. Kontaktieren Sie uns gerne für ein unverbindliches Erstgespräch – auf Deutsch oder Englisch.